CWSS - Abkommen zur Erhaltung der Seehunde im Wattenmeer

Seehund (Phoca vitulina)
© Lars Nieradzik
Als erstes Regionalabkommen innerhalb der Bonner Konvention trat am 01.10.1991 das Abkommen zur Erhaltung der Seehunde (Phoca vitulina) im Wattenmeer (Agreement on the Conservation of Wadden Sea Seals, CWSS) in Kraft. Ausgearbeitet und beschlossen wurde es angesichts des 1988/89 aufgetretenen, durch eine Viruserkrankung ausgelösten Seehundsterbens. Das Abkommen diente anschließend als Muster für die weiteren Regionalabkommen.
Mitgliedstaaten des CWSS sind Dänemark, die Niederlande und Deutschland. Ziel des Abkommens ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Seehundpopulation im Wattenmeergebiet der drei Vertragsparteien. Als wesentliche Aufgaben werden die Einrichtung von Schutzgebieten, Forschung und Monitoring, Entnahmeregelungen, Maßnahmen zur Verringerung von Störungen durch Jagd, Tourismus oder Schifffahrt und zur Verringerung von Meeresverschmutzung sowie Öffentlichkeitsarbeit genannt. Ein gemeinsamer
Managementplan soll zur Umsetzung der Ziele beitragen.
Entwicklung der Seehundpopulation von 1975 bis 2011 (Trilateral Seal Expert Group 2011)
zur Datentabelle
Nach mehr als 20 Jahren Seehundschutz im Rahmen der Bonner Konvention, seit Unterzeichnung des Abkommens am 16. Oktober 1990 als Reaktion auf das große Seehundsterben 1988, haben sich die Seehundbestände erholt. Erneute Verluste durch die letzte Staupe-Epidemie 2002 konnten ausgeglichen werden. 2011 wurden bei Zählflügen über dem niedersächsischen Wattenmeer 7.416 Tiere gesichtet; der bisher höchste Bestand seit Beginn der Zählungen 1958. Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer waren es insgesamt 10.941 Tiere. 2010 wurden im gesamten Wattenmeer 21.375 Seehunde gezählt. Trotz dieser Erfolge liegen die Bestände noch weit unter dem anhand historischer Daten ermittelten Bestand von rund 39.000 Tieren zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach wie vor gilt es daher bestehende Beeinträchtigungen (Störungen, Habitatveränderungen, negative Einflüsse durch Fischerei und Umweltverschmutzung) weiter zu reduzieren. Wirksame Verbesserungen können nur durch internationale Zusammenarbeit erzielt werden.


