Uckermärkische Seen
Bezug zur Nationalen Biodiversitätsstrategie
Aufgrund seiner hervorragenden Naturausstattung besitzt die Landschaft der Uckermärkischen Seen eine gesamtstaatliche Bedeutung für den Naturschutz und ist zugleich Bestandteil des Nationalen Naturerbes in Deutschland. Das nachfolgend beschriebene Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt. Hierzu werden ausreichend große Schutzgebiete (u.a. auf der Grundlage der EG-Vogelschutzrichtline und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, FFH) ausgewiesen und zu einem funktional zusammenhängenden Biotopverbundsystem zwecks Erhaltung der biologischen Vielfalt (Schutz von gefährdeten Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten sowie –gemeinschaften) vernetzt. Grundvoraussetzung hierfür ist vor allem die Stabilisierung des Gebietswasserhaushalts durch Wasserrückhaltung und Wasserstandsanhebungen sowie die Sicherung und Revitalisierung von Mooren und Feuchtwäldern.
Das Projekt

"Fauler See" im Kerngebiet Klapperberge-Retzower Heide
Die Uckermärkischen Seen umfassen mehr als 170 natürlich entstandene Seen, die eine beeindruckende Artenausstattung sowie eine hervorzuhebende Wasserqualität aufweisen. Die insgesamt 84 Seen der sieben Kerngebiete bieten mit ihren Ufern, ergänzt durch insgesamt 233 Kilometer Flüsse und Bäche, eine enorme Vielfalt von Lebensräumen für die Tier- und Pflanzenwelt. Bemerkenswert sind die über 200 Moorflächen (u.a. vier bedeutsame Kalkzwischenmoore und zahlreiche Kessel- und Verlandungsmoore mit Torfmoos-reichen Pflanzengesellschaften) sowie bei einigen nährstoffarmen bzw. kalkreichen Seen ausgedehnte Vorkommen von Armleuchtergewächsen unter der Wasseroberfläche. Völlig andere Biotoptypen treten im Gebiet der "Kleinen Schorfheide" hinzu, wo auf ca. 2000 ha Offenlandfläche Heiden, Dünen oder Trockenrasen vorherrschen. Unter den Wäldern, die ca. 70 % der 25000 ha großen Kerngebietsfläche einnehmen, sind es vor allem ausgedehnte, alte und naturnahe Buchenbestände und noch weitgehend intakte Moor- und Bruchwälder, die den Wert der Landschaft unterstreichen. Die seltenen Vogelarten Schreiadler, Fischadler und Seeadler weisen im Projektgebiet zwischen fünf und 20 Brutreviere auf. Der Kranich besiedelt das Gebiet mit etwa 100 Brutpaaren. Biber und Fischotter, verschiedene Fledermäuse und 801 Schmetterlingsarten gehören ebenso wie die Rotbauchunke, der Laubfrosch oder die Sumpfschildkröte zur Faunenausstattung. Neben der Erhaltung schutzwürdiger Landschaftsteile (u.a. über Flächenankauf und Naturschutzgebietsausweisung) ist es ein erklärtes Projektziel, die übernutzten Standorte zu revitalisieren und naturnahe Lebensräume wiederherzustellen. Zu den bisher durchgeführten Maßnahmen gehören u.a. das Offenhalten der Heidelandschaften und die Wiedervernässung von beeinträchtigten Moorflächen sowie Aktivitäten zur Besucherlenkung. Das Vorhaben wird bei einem Gesamtkostenumfang von 20,8 Mio. € mit 15,6 Mio. € vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des BMU unterstützt. Weitere 3,9
Mio. € erhält der Projektträger vom Landesumweltministerium Brandenburg.
Ausblick
Im Rahmen des Vorhabens konnte der Projektträger als Voraussetzung für die Förderzielerreichung bzw. die Maßnahmenumsetzung bisher rund 6000 ha schutzwürdige Flächen erwerben und zahlreiche biotoplenkende Maßnahmen durchführen. Diese gilt es entsprechend dem 2005 erstellten Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgroßprojekt „Uckermärkische Seen“ zu erhalten bzw. zu pflegen oder weiter zu entwickeln. Dieser Aufgabe (inkl. der erforderlichen Evaluierung) ist auch über den eigentlichen Förderabschluss hinaus nach zu kommen. Grundlage hierfür ist die Unterschutzstellung aller sieben Kerngebiete. Das bereits ausgewiesene Kerngebiet 6 = NSG Kleine Schorfheide ist mit 7.360 ha eines der 15 größten NSG Deutschlands. In der weiteren Betreuung des gesamtstaatlich repräsentativen Gebietes der Uckermärkischen Seen kommt der Stabilisierung des Wasserhaushalts weiterhin ein Hauptaugenmerk zu, da der Erfolg der Maßnahmen nicht unerheblich von einer ausreichenden Wasserversorgung des Gebietes abhängig bleibt. Aber auch die Heiden, Dünen und Trockenrasen der sogenannten Kleinen Schorfheide bedürfen der konsequenten Beobachtung und dort, wo es erforderlich wird, der Durchführung von weiteren Offenhaltungsmaßnahmen.
Publikationen
- Natur und Landschaft, Jahrgang 73 (1998), H. 7/8: 320 - 326
http://www.uckermaerkische-seen.de
Laufzeit
Juli 1996 bis Dezember 2010
Förderprogramm
Projektträger
Förderverein "Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V."
Am Markt 13
17268 Templin
Tel./Fax: 03987 / 53 733
E-Mail: Foerderverein_Uckermaerk.Seen@t-online.de
Beteiligte Partner
BMU/BfN, Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Förderverein "Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V.", Landesumweltamt Brandenburg – Naturpark Uckermärkische Seen, Umweltstiftung WWF Deutschland, Landkreis Uckermark, Nordrhein-Westfalen-Stiftung, NABU Leverkusen, Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, Landschaftspflegeverein „Norduckermärkische Seenlandschaft“ e.V.
Fachbetreuung
Ralf Forst, FG II 2.3







