Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

Nutzer genetischer Ressourcen

Wie sieht die Umsetzung in Deutschland aus?

Effiziente Umsetzungskonzepte müssen die Einbindung der Nutzer in den gesamten CBD-Prozess und vor allem die Entwicklung von geeigneten Instrumenten ("user measures") beinhalten. Die Nutzerbranche in Deutschland ist bisher allerdings nur wenig bekannt und es wird davon ausgegangen, dass ihre Struktur hinsichtlich Informationsstand, Informationskanäle, Beschaffungsmethoden und Schwierigkeiten bei Beschaffung und Nutzung genetischer Ressourcen heterogen ist. Differenziertere Informationen über die Zielgruppe sind wichtig für die Entwicklung und Durchsetzung von Konzepten zur Intensivierung der Nutzereinbindung.


"Tortendiagramm" mit den Nutzersektoren genetischer Ressourcen in Deutschland und der EU (Quelle: Richerzhagen/Holm-Müller/Täuber)

Nutzersektoren genetischer Ressourcen in Deutschland und der EU (Quelle: Richerzhagen/Holm-Müller/Täuber)





Die Sektoren Pharmazie, Pflanzliche Arzneimittel, Pflanzenzucht, Pflanzenschutz, Gartenbau, Pflege- und Kosmetikproduktbranche und Biotechnologie werden als die Hauptnutzer genetischer Ressourcen in Deutschland und der Europäischen Union (EU) identifiziert. Öffentliche und halböffentliche Einrichtungen, die in der wissenschaftlichen Forschung, zum Beispiel in den Bereichen Landwirtschaft, Pharmazie, Biotechnologie genetische Ressourcen als Forschungsmaterial nutzen, sind weitere, von den CBD-Regelungen betroffene Gruppen. Auch Botanische Gärten, Herbarien und Genbanken sind wichtige Einrichtungen, die genetische Ressourcen aus aller Welt beziehen. Sie sammeln und konservieren genetisches Material und agieren als so genannte Intermediäre, indem sie die Ressourcen zur weiteren Nutzung, zum Beispiel an private Unternehmen, weitergeben. Nicht-kommerzielle Nutzer sind nur bedingt durch die Vorteilsausgleichsregelungen der CBD betroffen, weil sie keine Gewinne durch die Nutzung genetischer Ressourcen erwirtschaften. Sie wurden dennoch in die Befragung einbezogen, weil sie sich auch an CBD-konforme Vorgehensweisen zur Zugangserlangung halten müssen und als Intermediäre eine große Bedeutung als Verbindungsstelle zwischen Ursprungsländern und kommerziellen Nutzern haben.


Das BfN hat im Auftrag des BMU im Jahr 2005 eine Studie zu den Nutzern genetischer Ressourcen erstellen lassen.

Die Studie setzt sich aus einer Befragung potentieller deutscher Nutzer und einer daran angeschlossen Analyse der gewonnenen Daten zusammen. Ziel der Befragung war es, deutsche Nutzer zu identifizieren und ihren Informationsstand, ihre Erfahrungen und Positionen im Bezug auf die Regelungen im Rahmen des Übereinkommens zu ermitteln und sie zugleich auf die CBD aufmerksam zu machen und zu informieren.

 Deutsche Zusammenfassung der Studie

 Englischer Volltext

Informationsleitfaden für Nutzer genetischer Ressourcen

Gefördert mit Mitteln des BMU hat das BfN unter Mitarbeit des IUCN Environmental Law Centre im September 2007 eine Informationsbroschüre herausgegeben mit dem Ziel, einen Überblick über das Thema Access and Benefit Sharing (ABS), seine verschiedenen Regelungsaspekte und den derzeitigen Stand der internationalen Entwicklung zu geben. Die digitale Fassung kann hier abgerufen werden:  Informationsbroschüre.


Halbnomadisch lebender Hirte im Altai-Gebirge, Russland (Autor: R. Grunewald)

Halbnomadisch lebender Hirte im Altai-Gebirge, Russland (Autor: R. Grunewald)

Orchidee (Maxillaria) (Autor: M. Hauswirth)

Orchidee (Maxillaria) (Autor: M. Hauswirth)