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Veröffentlichungen

Internationales Seminar zu Schutz und nachhaltiger Nutzung der biologischen Vielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt

Cover des Reports

Marine Gebiete jenseits nationaler Hoheitsgewalt, d.h. die Hohe See und der Tiefseeboden, umfassen ca. 2/3 der Weltmeere und beheimaten schätzungsweise 90 bis 95 Prozent der lebenden Biomasse unseres Planeten. Die dortigen Ökosysteme erbringen für den Menschen wichtige Dienstleistungen, wie die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, die Reinigung von Abwässern, oder auch die Regelung des Weltklimas. Darüber hinaus stellen sie biologische und genetische Ressourcen zur Verfügung, auf deren Basis schon heute innovative Produkte (z.B. Medikamente oder Kosmetika) entwickelt werden. Die biologische Vielfalt der Hohen See und des Tiefseebodens ist daher sowohl sozio-ökonomisch als auch ökologisch von großer Bedeutung.

Während vielfältige Aktivitäten wie z.B. der Abbau von Rohstoffen, die Fischerei und die Schifffahrt ernst zu nehmende Gefahrenquellen für die zum Teil noch unbekannten Ökosysteme dieser Meeresgebiete darstellen, hinkt der Schutz der Meere im allgemeinen, und der Schutz der Hohen See und des Tiefseebodens im speziellen hinterher. Bislang mangelt es an einer globalen, ganzheitlichen Strategie, klaren rechtlichen Regelungen, einem effizienten institutionellen Rahmen und einheitlichen Standards, um dem Verlust der biologischen Vielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt entgegen zu wirken.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 2004 unter der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Bei ihrem 4. Treffen im Juni 2011 konnte die internationale Staatengemeinschaft einen wichtigen Fortschritt erzielen. Unter anderem wurde die Empfehlung ausgesprochen, Möglichkeiten zu studieren, wie die bestehenden Regelungslücken geschlossen werden können. Diese Empfehlung wurde schließlich von der UN Generalversammlung Ende 2011 angenommen.

Vom 1. bis 3. Dezember, 2011 kamen auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz und des IUCN Umweltrechtszentrums, und mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 40 Experten aus 17 Ländern, sowie staatlichen und nichtstaatlichen Regierungsorganisationen zu einem inter-nationalen Seminar zusammen, um den globalen Handlungsbedarf beim Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt der Hohen See und des Tiefseebodens zu erörtern. Ziel dieses informellen Treffens war es, die aktuelle politische Dynamik zu nutzen und den internationalen Prozess im Rahmen der Vereinten Nationen zu unterstützen. Die Veranstaltung konzentrierte sich dabei auf 3 Kernthemen:

  • Ausweisung und Management von Schutzgebieten auf der Hohen See
  • Gerechter Vorteilsausgleich bei der Nutzung marin-genetischer Ressourcen, die auf der Hohen See und im Tiefseeboden zu finden sind
  • Konsequenzen für ein mögliches „Implementing Agreement“ im Rahmen des UN Seerechtsübereinkommens

Der   Report enthält die folgenden Präsentationen vorgestellt auf dem Workshop:

Standardisierung für Transaktionen mit genetischen Ressourcen – Instrumente zur Unterstützung des Zugang und Vorteilsausgleichs

Transaktionskosten und Rechtsunsicherheit werden als maßgebliche Probleme für die Durchführung von Zugang- und Vorteilsausgleichsprojekten (ABS) für genetische Ressourcen betrachtet. Die Standardisierung von ABS ist ein vielversprechendes Gegeninstrument. Anfang 2007 begann ein durch das BfN gefördertes Forschungsprojekt zu standardisierungs-basierten ABS-Instrumenten, die das Zustandekommen von ABS-Verträgen unterstützen indem sie Transaktionskosten verringern und die rechtliche Sicherheit verbessern. Die Untersuchungen zeigen, dass ABS-Fälle sehr heterogen sind. Die Ausgestaltung relevanter Vertragselemente variiert mit den Charakteristika der Transaktionen. Deshalb wird  eine Sammlung an Modellklauseln und Guidelines empfohlen, die die Auswahl unterstützen. Im Hinblick auf ein vollständig standardisiertes multilaterales Austauschsystem für genetische Ressourcen hat die Studie gezeigt, dass die Heterogenität von genetischen Ressourcen hinsichtlich Verbreitung und ökonomischen Potenzial bei der Festlegung des Vorteilsausgleichs und der Mittelverteilung in einem solchen System berücksichtigt werden muss.

Weitere Informationen zu Forschungszielen, Vorgehensweisen, den wesentlichen Ergebnissen sowie Empfehlungen des Projektes finden Sie in englischer Fassung im Abschlussbericht (BfN Skripten 286, 2011, pdf-Datei (3,2 MB) des Vorhabens und auf  deutsch in einer  Kurzfassung.

Titelblatt Broschüre

ABS-Informationsbroschüre für Nutzer genetischer Ressourcen

Gefördert mit Mitteln des BMU hat das BfN unter Mitarbeit des IUCN Environmental Law Centre im September 2007 eine Informationsbroschüre herausgegeben mit dem Ziel, einen Überblick über das Thema Access and Benefit Sharing (ABS), seine verschiedenen Regelungsaspekte und den derzeitigen Stand der internationalen Entwicklung zu geben. Die digitale Fassung kann hier abgerufen werden:  Informationsbroschüre.

 

In der Informationsbroschüre erfahren Sie etwas über


  • Vorteilausgleich als Ziel des Übereinkommens über die biologische Vielfalt
  • die wesentlichen ABS-Regeln der CBD
  • die wichtigsten Stationen in den bisherigen ABS-Verhandlungen
  • mögliche Elemente eines internationalen ABS-Regimes
  • Maßnahmen seitens der Nutzer und "Nutzerstaaten"
  • eine Reihe weiterführender Links

BfN-Skripten zu genetischen Ressourcen (ABS)

  • Access and Benefit Sharing in Relation to Marine Genetic Resources from Areas Beyond National Jurisdiction - A Possible Way Forward
     BfN-Skripten 301, 2011 (0,7 MB)
  • An economic analysis of new instruments for Access and Benefit-Sharing under the CBD – Standardisation options for ABS transaction - Final Report  
     BfN Skripten 286, 2011, pdf-Datei (3,2 MB)
  • Report of the Expert Meeting in Preparation of SBSTTA-14
      pdf-Datei (647 KB)
  • An economic analysis of new instruments for Access and Benefit-Sharing under the CBD – Standardisation options for ABS transaction. Interim Report    
     BfN-Skripten 244, 2009, pdf-Datei (460 Kb)
  • Access and Benefit-Sharing of Genetic Resources - Report of an international workshop in Bonn, Germany held in 2005, 8-10 November
     BfN-Skripten 163, 2005. (591 kB)
  • New Elements of the International Regime on Access and Benefit- Sharing of Genetic Resources - the Role of Certificates of Origin
     BfN-Skripten 127, 2005. (814 KB)
  • Users of Genetic Resources in Germany
     BfN-Skripten 126, 2005. (602 KB)
  • Deep Sea Genetic Resources in the Context of the Convention on Biological Diversity and the United Nations Convention on the Law of the Sea
     BfN-Skripten 79, 2003. (950 KB)
  • Implementing the Convention on Biological Diversity
     BfN-Skripten 47, 2001. (519 KB)
  • Regulating access and benefit sharing
     BfN-Skripten 46, 2001. (1,9 MB)
  • International Vilm Workshop on matters related to traditional knowledge associated with genetic ressources and the ABS Regime July 6-10 2009
     Vilm-Report, 2009 (6,9 MB)

BfN-Zeitschrift Natur und Landschaft: Sonderheft zu ABS

Informationen hierzu finden Sie unter Natur und Landschaft

ABS-Management Tool

 ABS-Management Tool

Das Handbuch bietet Anleitung und Instrumente für die ABS-Praxis, um Firmen, Forscher, lokale und indigene Gemeinschaften sowie Regierungen zu unterstützen, in Übereinstimmung mit den Bonner Richtlinien und ABS-Anforderungen zu handeln.

 Internet-Portal TEMATEA

Hier finden Sie einen Überblick über bestehende Beschlüsse, Empfehlungen und Forderungen zu u.a. ABS 

Wanderausstellung Teufelskralle